Letzte Kommentare
Suche
 

Schmälert eine Hochzeit die Einstellungschancen?

29. Aug

Generell herrscht in Deutschland die Ansicht, dass man sich entweder für die Karriere oder die Familie entscheiden muss. Dies liegt zum einen an den relativ dürftigen Voraussetzungen in der sozialen Infrastruktur, aber auch an den traditionellen Ansichten der Gesellschaft. Nur im Osten Deutschlands, wo aufgrund von Arbeitskräftemangel zu DDR-Zeiten, viele Frauen den Herd gegen einen Blaumann eintauschen mussten, entwickelte sich in dieser Beziehung ein gewiss freieres und emanzipierteres Denken.

Und so braucht sich Deutschland nicht über die wenigen Heiratswilligen und sinkende Geburtenraten zu wundern. Zwar wird immer wieder betont, dass der Arbeitgeber kein Recht habe, die privaten Pläne seiner Angestellten bei einem Einstellungsgespräch zu hinterfragen, doch wird nach einem Blick auf die schönen Verlobungsringe des Bewerbers darauf hingewiesen, dass diese Selle besonders hohe Flexibilität und zahlreiche Überstunden erfordert, was eventuelle Hochzeits- und Kinderpläne zunächst in weite Ferne rücken lässt.

Natürlich gibt es auch Firmen, die es gut finden, dass ihre Mitarbeiter heiratswillig sind, z. B. Hochzeitsausstatter. Dann kann man nämlich die Hochzeit gleich als Werbekampagne samt Hochzeitskleid und Save the Date Karten Hochzeit von der Steuer absetzen. Doch Spaß beiseite. Im Großen und Ganzen haben Arbeitgeber nichts dagegen, wenn ihre Angestellten eine Familie gründen wollen, denn so wissen sie sie sesshaft und in geregelten Verhältnissen und können sich meist auf eine langjährige Mitarbeit verlassen. Es kommt eben immer auf die Branche und die Anforderungen an, die eine bestimmte Stelle mit sich bringt. Im Grunde bleibt es die Angelegenheit des Arbeitnehmers, ob er seinen Beruf mit seiner Familie in Einklang bringen kann. Sicherlich ist es auch kein Problem, den Urlaub Riesengebirge bzw. die Hochzeitsreise irgendwann später nachzuholen, wenn man bei einer Neueinstellung erst einmal Urlaubssperre hat. So dürfte eine Hochzeit die Einstellungschancen nicht schmälern.

Kommentar abgeben